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Zweifel an Nutzen der Wärmedämmung verfehlt

Zweifel an Effizienz energetischer Sanierung verfehlt – zur Studie zu den Wachstumswirkungen der KfW-Programme zum EBS

Eine völlig verfehlte Medienberichterstattung zu den Ergebnissen einer von der KfW in Auftrag gegebenen Studie hat die Diskussion über den Nutzen von Wärmedämmung angeheizt. So wurde in einem Artikel in „Die Welt“ (Springer-Verlag) in isolierter und unreflektierter Betrachtung einzelner Kennwerte der Studie der Prognos AG die Behauptung aufgestellt, dass sich Wärmedämmung nicht rechne.

Ausgeblendet wird dabei, dass es nicht Ziel der Studie war, die Wirtschaftlichkeit nachträglicher Dämmmaßnahmen an Fassadenflächen zu ermitteln. Gegenstand der Studie war vielmehr, die gesamtwirtschaftliche Wachstumswirkung bei einer unterstellten Fortführung der Förderprogramme „Energieeffizientes Bauen und Sanieren (EBS)“ bis zum Jahr 2050 zu analysieren und die Wirkung der Fördermaßnahmen abzuschätzen. Grundlage der Berechnungen bildeten dabei Szenarien zum Energiekonzept der Bundesregierung, die 2010 von verschiedenen Instituten in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie entwickelt wurden.

Und die zu diesen Fragen ermittelten Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache:

  • Es ergeben sich erhebliche Energiekosteneinsparungen (lt. Studie kontinuierlich auf jährlich rund 3 bis 3,5 Mrd. Euro ansteigend) und damit verbunden Einsparungen beim CO2-Ausstoß (bis zu 81,4 Mio t CO2 jährlich). Zur Energieeinsparung treten Wertsteigerungen an Gebäuden sowie Komfortverbesserungen für die Nutzer (was allerdings ausdrücklich nicht Gegenstand der Studie war).
  • Die geförderten Investitionen haben spürbare, positive gesamtwirtschaftliche Wirkungen. Sie geben der deutschen Wirtschaft langfristig spürbare Wachstumsimpulse. Eine deutliche Ausweitung der Programme würde das Wachstum spürbar erhöhen. Der Studie zufolge zeigen die Berechnungen, „dass die zusätzlichen Investitionen die Größenordnung des geschätzten Fördervolumens in den meisten Jahren übersteigen. Aus staatlicher Sicht ergibt sich damit eine Selbstfinanzierungquote größer Eins.“ Fazit der Studie: „Soll die Strategie aus Fördern, Fordern und Informieren auch künftig in diesem Sinne fortgesetzt werden, empfiehlt sich eine Beibehaltung der Ausrichtung der KfW-EBS-Programme mit Effizienzanforderungen oberhalb des Ordnungsrechts….“

Bezogen auf den Aspekt der Energieeinsparung – auf den sich die einseitige Medienberichterstattung allein konzentriert – ist zudem zu beachten, dass in der Studie von einem jährlichen Anstieg der Energiepreise von 1,1% pro Jahr ausgegangen wird. Allein von 2002 hat sich der Preis von leichtem Heizöl von 30,27 €/100l auf 75,33 €/100l in 2012 (Quelle; Statistisches Bundesamt) erhöht. Damit wird deutlich: Der Nutzen einer energetischen Gebäudesanierung wird unter dem Strich noch höher sein, als von der Studie angenommen.